Haut- und Mundpflege, Druckgeschwüren vorbeugen

Wie Sie die Haut im Pflegealltag schützen, warum Mundpflege zählt und wie Sie einem Druckgeschwür (Dekubitus) mit Bewegung und Entlastung vorbeugen.

Redaktion BESSER UMSORGTVeröffentlicht: Zuletzt geprüft:

Kurz erklärt

Die Haut wird im Alter dünner und trockener und braucht mehr Schutz. Ein Druckgeschwür (Dekubitus) entsteht durch anhaltenden Druck, oft an Steiß, Fersen oder Hüften. Am wichtigsten zur Vorbeugung sind Bewegung, regelmäßige Positionswechsel und ein täglicher Blick auf die Haut. Auffällige Stellen sollten früh entlastet und ärztlich oder von einer Pflegefachkraft angesehen werden; Wunden gehören in fachliche Behandlung.

Pflegekraft hilft einer Seniorin im Bett mit einem Handtuch

Haut und Mund zeigen oft früh, wie es einem Menschen geht. Wer viel liegt oder sitzt, wenig trinkt oder Hilfe bei der Körperpflege braucht, hat empfindlichere Haut und ein höheres Risiko für Druckstellen. Mit etwas Aufmerksamkeit im Alltag lässt sich viel vorbeugen. Dieser Beitrag gibt allgemeine Hinweise. Bei Wunden, Schmerzen oder Unsicherheit fragen Sie bitte Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder eine Pflegefachkraft.

Warum die Haut im Alter mehr Schutz braucht

Mit den Jahren wird die Haut dünner, faltiger und trockener. Sie heilt langsamer und ist empfindlicher gegen Druck, Reibung und Feuchtigkeit. Besonders belastet ist die Haut, wenn jemand lange in derselben Position liegt oder sitzt, wenn Urin oder Schweiß länger auf der Haut bleiben oder wenn zu wenig getrunken und gegessen wird.

Hautpflege im Alltag

  • Sauber und trocken halten. Haut regelmäßig reinigen und gut abtrocknen, auch in Hautfalten, zum Beispiel unter der Brust oder am Bauch.
  • Sanft pflegen. Trockene Haut mit geeigneten, zum Beispiel rückfettenden Cremes pflegen. Nicht kräftig reiben, das kann die Haut schädigen.
  • Feuchtigkeit vermeiden. Bei Inkontinenz Urin und Stuhl möglichst rasch entfernen und die Haut schonend reinigen. Mehr dazu im Beitrag Inkontinenz.
  • Genug trinken und essen. Flüssigkeitsmangel und Mangelernährung schwächen die Haut. Tipps finden Sie unter Trinken und Ernährung im Alter.

Welche Pflegeprodukte zu Ihrem Angehörigen passen, besprechen Sie am besten mit der Pflegefachkraft, der Apotheke oder der Arztpraxis.

Mundpflege: mehr als Zähneputzen

Die Pflege von Zähnen, Zahnprothese, Zahnfleisch und Lippen beeinflusst das Essen, das Sprechen und damit auch das Miteinander. Schmerzen im Mund oder eine drückende Prothese sind häufige Gründe, warum jemand weniger isst.

Achten Sie auf:

  • tägliche Zahn- und Prothesenpflege, bei Bedarf mit Unterstützung
  • Druckstellen, Rötungen oder Beläge im Mund
  • einen trockenen Mund. Er kann durch geringe Trinkmengen oder entwässernde Medikamente entstehen und zu Geschmacksverlust und schmerzhaften Verkrustungen führen.

Gut zu wissen: Wer einen Pflegegrad hat, hat nach § 22a SGB V Anspruch auf zusätzliche zahnärztliche Vorsorge. Dazu gehören unter anderem die Erhebung des Mundgesundheitszustands, Aufklärung über die Mundpflege, ein individueller Plan für Mund- und Prothesenpflege und die Entfernung harter Zahnbeläge. Pflegende Angehörige sollen dabei einbezogen werden. Fragen Sie in der Zahnarztpraxis danach.

Was ist ein Dekubitus?

Ein Dekubitus, auch Druckgeschwür genannt, ist eine Wunde, die durch anhaltenden Druck auf die Haut entsteht. Die Haut wird an dieser Stelle nicht mehr ausreichend durchblutet und mit Sauerstoff versorgt. Druckgeschwüre können sehr schmerzhaft sein und heilen meist nur langsam.

Sie entstehen fast immer dort, wo Knochen direkt unter der Haut liegen. Besonders gefährdet sind:

  • Steißbein und Gesäß
  • Fersen
  • Hüften
  • Ellenbogen und Schulterblätter
  • Hinterkopf

Ein höheres Risiko haben Menschen, die sich wenig bewegen können, sowie Menschen mit Lähmungen, bei Diabetes oder Durchblutungsstörungen, bei Mangelernährung oder Inkontinenz. Auch Reibung und sogenannte Scherkräfte belasten die Haut, etwa wenn jemand im Bett nach oben gezogen wird.

Druckgeschwüren vorbeugen: Druck weg, Bewegung rein

Das Wichtigste ist, die Haut immer wieder von Druck zu entlasten.

  1. Bewegung fördern. So viel eigene Bewegung wie möglich hilft am meisten. Lassen Sie Ihren Angehörigen selbst mitmachen, sich aufsetzen, ein paar Schritte gehen oder am Tisch sitzen.
  2. Position regelmäßig wechseln. Wer sich nicht selbst bewegen kann, braucht Hilfe beim Umlagern. Wie oft, lässt sich nicht pauschal sagen. Schon kleine Lageänderungen können helfen. Lassen Sie sich von einer Pflegefachkraft zeigen, was für Ihren Angehörigen passt.
  3. Nicht ziehen. Beim Umlagern oder Hochrutschen im Bett die Person nicht über die Unterlage ziehen, sondern anheben oder Hilfsmittel nutzen.
  4. Hilfsmittel nutzen. Druckentlastende Matratzen, Sitzkissen oder Fersenschoner können das Risiko senken. Für viele Hilfsmittel übernehmen Kranken- oder Pflegekasse die Kosten. Mehr zu Pflegehilfsmitteln im Lexikon.
  5. Auch im Sitzen entlasten. Wer viel im Sessel oder Rollstuhl sitzt, braucht ebenfalls Positionswechsel.

Den fachlichen Stand für Pflegekräfte beschreibt der Expertenstandard „Dekubitusprophylaxe in der Pflege“ des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP).

Die Haut jeden Tag ansehen

Wer die gefährdeten Stellen regelmäßig ansieht, kann schnell handeln. Ein guter Moment ist die tägliche Körperpflege. Ein frühes Warnzeichen ist eine Rötung an einer gefährdeten Stelle, die nicht wieder verschwindet. Aus einer solchen Stelle kann sich eine offene Wunde entwickeln.

Wenn eine Wunde da ist: ärztlich abklären

Druckgeschwüre und andere Wunden gehören in fachliche Behandlung. Die Ärztin oder der Arzt entscheidet, wie die Wunde versorgt wird. Die Wundversorgung zu Hause kann ein Pflegedienst als Behandlungspflege übernehmen. Dafür braucht es eine ärztliche Verordnung. Die Kosten trägt dann in der Regel die Krankenkasse, Erwachsene zahlen die gesetzliche Zuzahlung.

Was bedeutet das für mich?

Sie müssen keine Fachkraft sein, um viel zu bewirken. Bewegung fördern, Druck entlasten, die Haut täglich ansehen und genug trinken: Das sind die wichtigsten Bausteine. Bei allem, was nach einer Wunde aussieht, holen Sie fachliche Hilfe.

Wie Sie richtig lagern und umsetzen, lernen Sie in einer kostenlosen Pflegeschulung bei Ihnen zu Hause. Wenn eine Wunde versorgt werden muss, übernimmt BESSER UMSORGT die Behandlungspflege nach ärztlicher Verordnung. Welche Unterstützung Ihnen zusteht, können Sie mit dem PflegeCheck prüfen.

Häufig gestellte Fragen

Wie oft muss ich meinen Angehörigen umlagern?

Das lässt sich nicht pauschal sagen, es hängt vom Einzelfall ab. Beobachten Sie die Haut und lassen Sie sich von einer Pflegefachkraft zeigen, welcher Rhythmus passt. Schon kleine Positionswechsel können helfen.

Woran erkenne ich ein beginnendes Druckgeschwür?

Ein frühes Warnzeichen ist eine Rötung an einer gefährdeten Stelle, zum Beispiel am Steiß oder an der Ferse, die nicht wieder verschwindet. Entlasten Sie die Stelle sofort und lassen Sie sie zeitnah ärztlich oder von einer Pflegefachkraft ansehen.

Darf ich eine gerötete Stelle eincremen oder massieren?

Kräftiges Reiben kann die Haut zusätzlich schädigen. Wichtig ist vor allem, die Stelle von Druck zu entlasten. Welche Pflege dann sinnvoll ist, klären Sie bitte mit der Pflegefachkraft oder in der Arztpraxis.

Wer bezahlt Hilfsmittel wie eine Spezialmatratze?

Für viele Hilfsmittel übernehmen Kranken- oder Pflegekasse die Kosten, ein Pflegebett wird oft leihweise gestellt. Welche Kasse zuständig ist und was nötig ist, klären Sie mit der Arztpraxis und Ihrer Kasse.

Gibt es zahnärztliche Hilfe speziell für Pflegebedürftige?

Ja. Wer einen Pflegegrad hat, hat nach § 22a SGB V Anspruch auf zusätzliche zahnärztliche Vorsorge. Dazu gehören zum Beispiel ein individueller Plan für die Mund- und Prothesenpflege und die Entfernung harter Zahnbeläge. Pflegende Angehörige sollen dabei einbezogen werden.

Quellen & Stand

Zuletzt geprüft: 29.09.2026.

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung durch Pflegekasse, Ärztin oder Arzt. Welche Leistungen im Einzelfall zustehen, entscheidet die Pflege- bzw. Krankenkasse.

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Persönliche Unterstützung

Die Pflegefachkräfte von BESSER UMSORGT übernehmen nach ärztlicher Verordnung Wundversorgung und Verbandswechsel. Im Rahmen der Grundpflege helfen wir bei Mund-, Zahn- und Körperpflege und beim Lagern, und in der kostenlosen Pflegeschulung zeigen wir Angehörigen, wie sie Druckgeschwüren vorbeugen.

BESSER UMSORGT ist Ihr ambulanter Pflegedienst in Sinzig, Remagen und Bad Breisig.