Plötzlich Pflegefall – was jetzt?

Wir helfen Ihnen, die nächsten Schritte zu verstehen. Wählen Sie die Situation, die am besten zu Ihnen passt.

Entlassung aus dem Krankenhaus

Damit der Übergang nach Hause gut gelingt, hilft diese Reihenfolge:

  1. Welche Unterstützung wird zu Hause benötigt?

    Überlegen Sie gemeinsam mit dem Krankenhaus: Wobei braucht Ihr Angehöriger Hilfe – beim Waschen, Anziehen, Essen oder Gehen? Muss auch abends oder nachts jemand da sein?

  2. Gibt es bereits einen Pflegegrad?

    Falls nicht, kann der Antrag schon während des Krankenhausaufenthalts gestellt werden – der Sozialdienst des Krankenhauses hilft dabei. Besteht bereits ein Pflegegrad, der Bedarf ist aber gestiegen, ist eine Höherstufung möglich.

  3. Werden Medikamente oder Behandlungspflege benötigt?

    Wundversorgung, Injektionen oder Medikamentengabe verordnet der Arzt – häufig schon das Krankenhaus für die ersten Tage. Die Kosten trägt die Krankenkasse.

  4. Werden Hilfsmittel benötigt?

    Pflegebett, Rollator, Toilettenstuhl oder Duschhocker sollten möglichst vor der Entlassung verordnet und geliefert werden. Fragen Sie im Krankenhaus nach dem Entlassmanagement.

  5. Wer übernimmt die Versorgung?

    Klären Sie, was Angehörige selbst übernehmen können und wobei ein Pflegedienst unterstützen soll – zum Beispiel morgens beim Waschen und abends beim Zubettgehen.

  6. Kontakt zu BESSER UMSORGT aufnehmen

    Am besten schon einige Tage vor der Entlassung. Dann planen wir gemeinsam, damit die Versorgung ab dem ersten Tag zu Hause steht.

Mutter oder Vater kommt alleine nicht mehr zurecht

Diese Schritte geben Orientierung – in Ihrem Tempo:

  1. Situation einschätzen

    Was fällt schwer – Einkaufen, Kochen, Körperpflege, Medikamente, die Orientierung? Notieren Sie Ihre Beobachtungen. Das hilft später bei der Beratung und bei der Begutachtung.

  2. Unterstützungsbedarf klären

    Sprechen Sie offen mit Ihrer Mutter oder Ihrem Vater: Welche Hilfe ist gewünscht? Oft ist schon wenig Unterstützung eine große Erleichterung – und der gewohnte Alltag bleibt erhalten.

  3. Pflegegrad prüfen bzw. beantragen

    Der Antrag geht an die Pflegekasse, die zur Krankenkasse gehört – ein Anruf genügt. Danach kommt eine Gutachterin oder ein Gutachter zum Hausbesuch. Die Leistungen gelten in der Regel ab dem Monat der Antragstellung.

  4. Möglichkeiten ambulanter Unterstützung kennenlernen

    Hilfe bei der Körperpflege, im Haushalt, Betreuung oder medizinische Versorgung – wir erklären, was infrage kommt und was die Pflegekasse übernimmt. Einen ersten Überblick gibt Ihnen unser PflegeCheck.

  5. Beratung vereinbaren

    Wir kommen zu einem kostenlosen Erstgespräch zu Ihnen nach Hause oder beraten Sie am Telefon – in Ruhe und ohne Verpflichtung.

Ich pflege selbst und brauche Entlastung

Wer einen Angehörigen pflegt, leistet Großes – und darf sich Unterstützung holen. Diese Möglichkeiten gibt es:

Entlastungsmöglichkeiten

Die Pflegekasse zahlt bereits ab Pflegegrad 1 einen monatlichen Entlastungsbetrag – zum Beispiel für Betreuung oder Hilfe im Haushalt. Die aktuellen Beträge zeigt Ihnen unser PflegeCheck.

Beträge im PflegeCheck ansehen

Verhinderungspflege

Wenn Sie Urlaub brauchen, krank sind oder einfach eine Pause benötigen, übernimmt die Pflegekasse ab Pflegegrad 2 die Kosten für eine Vertretung – auch stundenweise.

Mehr zur Verhinderungspflege

Pflegeberatung

Wir helfen bei Fragen zu Pflegegrad, Anträgen und Organisation. Wer Pflegegeld bezieht, erhält außerdem regelmäßige Beratungsbesuche zu Hause – diese führen wir durch.

Beratung anfragen

Pflegeschulung

Wir zeigen Ihnen zu Hause, wie Pflege sicher und rückenschonend gelingt. Zusätzlich gibt es kostenlose Online-Pflegekurse.

Mehr zur Pflegeschulung

Betreuung & Alltagsbegleitung

Gesellschaft, Spaziergänge oder Begleitung zu Terminen – damit Sie Zeit für sich haben und Ihr Angehöriger gut begleitet ist.

Mehr zur Betreuung

Weitere Unterstützung in der Region

Auch Tagespflege, Selbsthilfegruppen für Angehörige oder der Pflegestützpunkt können entlasten. Wir nennen Ihnen gerne passende Ansprechpartner.

Auch bei Demenz beraten wir